Getrennte Betten: No-Go oder Beziehungsretter?

getrennte Betten
15. März 2022

Zusammenleben, aber getrennt schlafen? Getrennte Betten sind immer noch ein kontrovers diskutiertes Thema. Während einige in den separaten Schlafplätzen einen Segen für die Beziehung sehen, deklarieren andere zwei Einzelbetten als Vorboten einer kommenden Trennung. Wir decken auf, was dran ist am Mythos getrennte Betten und wie sie sich auf deine Beziehung auswirken.

Getrennte Betten – Ein Beziehungsschreck?

Sich in die Arme des Partners kuscheln und am nächsten Morgen entspannt zusammen aufwachen – getrennte Betten lassen dieses idyllische Szenario in weite Ferne rücken. Unser Schlafzimmer ist der wohl intimste Raum in unserer Wohnung. Hier sehnen wir uns nach Nähe und Geborgenheit. Daher scheint es zunächst unverständlich, seinen Lieblingsmenschen aus dem gemeinsamen Bett verbannen zu wollen. Oberflächlich kommen Skeptiker zum Schluss, dass getrennte Betten ein Zeichen emotionaler Distanz sind und als Vorboten eines baldigen Beziehungsendes gesehen werden können.

Aber diese Schlussfolgerung könnte zu voreilig sein. Es ist längst nicht immer fehlende Zuneigung, die Paare zu einem Wunsch nach Veränderung der Schlafgewohnheiten bewegt. In Wahrheit sind die Gründe vielschichtig und oft nachvollziehbar – und können so manche Spannungen in einer Partnerschaft eliminieren. Das Resultat: Zufriedenere Partner, die toleranter im Umgang miteinander sind und besser kommunizieren.

Wann sind getrennte Betten sinnvoll?

Erholsamer Schlaf gilt zurecht als Basis für unsere Gesundheit. Schlafen wir nicht lange genug oder wachen wir nachts immer wieder aus unserem Schlummer auf, leidet darunter unsere körperliche Leistungsfähigkeit. Unser Immunsystem wird schwächer und anfälliger für Krankheiten und auch unsere Psyche wird instabiler – sicher hast du schon einmal selbst erlebt, wie gereizt und irritiert du nach einer unausgeschlafenen Nacht werden kannst. Nicht gerade eine gute Voraussetzung für eine entspannte Partnerschaft. Doch die Wahrheit ist, dass allzu oft gerade unser Lieblingsmensch zum Grund unserer schlaflosen Nächte wird. Folgende Gründe sind an vorderster Front, wenn es um Zoff im Schlafzimmer geht:

  • Schnarchattacken
  • Nächtliche Hustenanfälle 
  • Deckenkrieg inklusive kalter Füsse
  • Lautes Zähneknirschen
  • Schichtarbeit
  • Starkes nächtliches Schwitzen
  • Ein Baby oder Kleinkind, das noch nicht durchschläft
  • Unruhige, sich herumwälzende Schläfer

Getrennte Betten können eine smarte Lösung für diese häufigen Dauerstreitpunkte in einer Partnerschaft darstellen. Gleichzeitig ist es jedoch einen Versuch wert, die Ursachen für unruhigen Schlaf, wenn möglich, zu eliminieren. Schliesslich leidet beispielsweise nicht nur der Partner eines nächtlichen Zähneknirschers, sondern auch die betroffene Person selbst. In einem solchen Fall könnte etwa ein Besuch beim Zahnarzt für bessere Schlafqualität sorgen. Auch Streitigkeiten um eine zu kleine Bettdecke können durch den Kauf eines grösseren Modells leicht vermieden werden. Andere Faktoren wie Schichtarbeit und das Füttern eines Babys sind dagegen nicht kurzfristig veränderbar.

Was sind die Vorteile von getrennten Betten?

Entspannt schlafenDa Schlaf ein so individuelles Thema ist, kommt es wenig überraschend, dass jeder Mensch verschiedene Einschlafgewohnheiten besitzt. Gemeinsames Schlafen im Doppelbett führt zwangsläufig dazu, dass diese unterschiedlichen Gewohnheiten kollidieren. Sie möchte ungestört schlafen, während er lieber noch am Smartphone liest und das Schlafzimmer mit blauem Licht erhellt. Oder er hat die Kinder ins Bett gebracht und möchte sich ausruhen, während sie erst später ins Bett gehen möchte. Mögliche Störfaktoren gibt es viele – was aus schlafmedizinischer Sicht ein grosses Problem darstellt.

Werden wir nämlich im Schlaf gestört und unsere Nachtruhe mehrmals unterbrochen, verkürzt sich unsere Tiefschlafphase. Gerade diese ist allerdings unerlässlich für unsere körperliche Regeneration. Paare, die gegenseitig ihren Schlaf beeinträchtigen, sollten ihrer Gesundheit zuliebe daher getrennte Betten in Erwägung ziehen. Diese ermöglichen es jedem Partner, sein Schlafverhalten problemlos auszuleben. Schlafmangel wird so vorgebeugt und ihr beide fühlt euch am nächsten Morgen gut ausgeruht und fit für die Herausforderungen des Tages. Gute Laune kann darüber hinaus zu einer entspannteren Einstellung dem Partner oder der Partnerin gegenüber führen. Dieses Plus an Empathie lässt mögliches Konfliktpotenzial schrumpfen, was insgesamt zu einer harmonischeren und glücklicheren Beziehung führt.

Welche Nachteile bringen getrennte Betten mit sich?

Haben getrennte Betten durchweg Vorteile für eine Beziehung? Während die Pluspunkte auf der Hand liegen, gibt es ebenfalls Fälle, in denen getrennte Betten als Beziehungsbelastung wahrgenommen werden. Gerade wenn eine oder einer von euch beiden ein starkes Nähebedürfnis hat, kann es sich im Einzelbett ein wenig verloren anfühlen. Auch in Sachen Zweisamkeit können die separaten Schlaflager als störend empfunden werden. Nicht jeder findet es angenehm, Intimität zu planen. Getrennte Betten allerdings fordern genau dazu auf: Ihr müsst euch schliesslich für einen der beiden Schlafplätze entscheiden und seid deshalb weniger spontan.

So lassen sich getrennte Betten umsetzen

Das gemeinsame Schlafzimmer und der Paarschlaf sind in unserer Gesellschaft mit Idealvorstellungen von der perfekten Liebe verknüpft. Daher kann es zu enttäuschten Gesichtern kommen, wenn einer der beiden Partner plötzlich getrennte Betten vorschlägt. Wichtig ist es, das Problem als ein gemeinsames zu sehen, das beide Partner betrifft. Nur wenn ihr als Team entscheidet, werden hinterher beide glücklich mit der Entscheidung. Möchtest du getrennte Betten ansprechen, gehe daher am besten behutsam vor und mache deutlich, dass du damit nicht eure Beziehung gefährden willst. Erzähle von der Chance, die du für ein entspannteres Miteinander siehst, wenn dein Schlaf nicht länger durch Schnarchattacken oder Ähnliches gestört wird. Gib auch deiner besseren Hälfte die Möglichkeit, zu Wort zu kommen und seinen oder ihren Standpunkt zu äussern.

Seid ihr auf einen gemeinsamen Nenner gekommen, gibt es verschiedene Wege, getrennte Betten umzusetzen. Stimmen die räumlichen Voraussetzungen, könnt ihr darüber nachdenken, ein weiteres separates Schlafzimmer einzurichten. Ist der Wohnraum ein wenig beengter, sind der Kauf eines schmalen Einzelbetts oder eines Schlafsofas eine Alternative. Auch eine „Ausweichmatratze“ für besonders laute, unruhige Nächte kann bereits genügen, um Spannungen aufzulösen. Wichtig ist, dass diese eine gute Qualität aufweist, damit dein Partner oder deine Partnerin darauf bequem schlafen kann. Unsere Swissflex Matratzen sorgen dank hochwertiger Materialien wie Gomtex®Gel für angenehmen Schlafkomfort, der deinen Lieblingsmenschen am nächsten Morgen gut gelaunt aufwachen lässt.

Ja oder Nein zu getrennten Betten

Sind getrennte Betten automatisch ein Beziehungsretter oder geben sie der angeknacksten Partnerschaft den Todesstoss? Weder noch. Der Erfolg oder das Scheitern einer Beziehung kann nicht allein an der individuellen Gestaltung des Schlafzimmers gemessen werden. Mangelnde körperliche Nähe und zunehmende emotionale Distanz sind häufig die wahren Übeltäter, die das Ende einer Partnerschaft einleiten. Getrennte Schlafzimmer sollten nicht vorgeschoben werden, um eine gute Ausrede zu haben, sich noch weiter vom entfremdeten Partner entfernen zu können. Für Paare, die glücklich miteinander und zufrieden mit ihrer Intimität sind, können getrennte Betten dagegen eine neue Inspiration für die Beziehung darstellen.

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